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Bevor du überhaupt anfängst, Profile auf Immobilienportalen anzulegen oder Besichtigungstermine zu vereinbaren, musst du wissen, was du wirklich brauchst und was du dir leisten kannst. Viele scheitern, weil sie diesen ersten, wichtigen Schritt überspringen. Nimm dir Zeit für diese Basisarbeit.
Dein Budget festlegen: Was geht wirklich?
Viele denken nur an den Kaufpreis. Das ist ein Fehler. Die monatlichen Kosten sind entscheidend für deine finanzielle Gesundheit. Du brauchst eine realistische Vorstellung von deiner Finanzierung. Sprich frühzeitig mit deiner Bank oder einem unabhängigen Finanzberater. Kläre ab, wie viel Eigenkapital du einsetzen kannst und wie hoch die maximale Kreditsumme ist, die du sicher bedienen kannst.
Denk daran, dass zum Kaufpreis noch Nebenkosten kommen. Diese Kosten für den Kauf einer Eigentumswohnung liegen je nach Bundesland zwischen 8 % und 15 % des Kaufpreises. Dazu gehören die Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten. Wenn du diese Nebenkosten nicht aus Eigenkapital bezahlen kannst, musst du diese mitfinanzieren, was deinen Kredit erhöht.
Definiere deine Muss- und Kann-Kriterien
Was brauchst du unbedingt? Was wäre schön, ist aber verhandelbar? Sei hier ehrlich zu dir selbst. Wenn du berufstätig bist, ist die Entfernung zum Arbeitsplatz vielleicht ein Muss-Kriterium. Wenn du eine Familie planst, sind Kinderzimmer oder die Nähe zu Schulen wichtig.
Erstelle eine Liste. Teile sie in zwei Spalten ein: „Muss ich haben“ und „Wäre schön“. Beispiele für die Suche nach eigentumswohnung könnten so aussehen:
• Mindestanzahl der Zimmer (Muss)
• Balkon oder Terrasse (Wäre schön)
• Fahrstuhl (Muss, besonders bei oberen Etagen)
• Kellerabteil (Muss)
• Energieeffizienzklasse (Wäre schön)
Diese Liste hilft dir, bei Besichtigungen schnell Entscheidungen zu treffen und nicht wegen einer Kleinigkeit abzuspringen, die eigentlich unwichtig ist.
Die passive Suche – also nur auf großen Portalen zu warten – reicht oft nicht aus, gerade in beliebten Lagen. Du musst aktiv werden und verschiedene Kanäle nutzen, um deine Traumwohnung zu finden.
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Die digitalen Kanäle effektiv nutzen
Immobilienportale sind natürlich die erste Anlaufstelle. Stelle dort Suchagenten ein. Diese Benachrichtigungen sind essenziell, da gute Wohnungen oft innerhalb weniger Stunden vergeben sind. Achte darauf, dass deine Suchkriterien nicht zu eng gesteckt sind, sonst verpasst du gute Kompromisse.
Überlege auch, lokale Makler zu kontaktieren. Makler haben manchmal Objekte „unter der Hand“, bevor sie öffentlich gelistet werden. Dein Vorteil: Du zeigst echtes Interesse und bist vorbereitet.
Lokale Recherche und Netzwerke spielen lassen
Die beste Eigentumswohnung wird vielleicht nie online inseriert. Nutze dein Netzwerk. Erzähle allen Freunden, Kollegen und Bekannten, dass du auf der Suche bist. Manchmal weiß der Kollege, dass der Nachbar im zweiten Stock verkaufen möchte.
Geh raus in die Gegend, die dich interessiert. Schau auf schwarze Bretter in Supermärkten oder Gemeindezentren. Eine klassische „Gesucht“-Anzeige an Laternenmasten oder in der lokalen Zeitung kann ebenfalls Wunder wirken, wenn du gezielt nach einer Eigentumswohnung in einem bestimmten Stadtteil suchst.
Wenn du eine Einladung zur Besichtigung bekommst, ist das dein erster großer Erfolg. Jetzt gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren und genau hinzusehen. Die Emotion spielt bei der Wohnungssuche eine große Rolle, aber du kaufst eine Immobilie, kein Gefühl.
Checkliste für deinen Rundgang
Nimm dir Zeit und gehe systematisch vor. Vertraue nicht nur dem ersten Eindruck. Oft sind Wohnungen gut in Szene gesetzt, um Mängel zu kaschieren.
• Feuchtigkeit und Schimmel: Schau gezielt in Ecken, hinter großen Möbelstücken (falls möglich) und besonders im Badezimmer und Keller nach dunklen Flecken oder muffigem Geruch.
• Fenster und Türen: Sind sie modern (z. B. Doppel- oder Dreifachverglasung)? Funktioniert das Öffnen und Schließen einwandfrei? Schlechte Fenster bedeuten hohe Heizkosten.
• Elektrik und Leitungen: Sind die Sicherungskästen aktuell? Wenn die Elektrik noch aus den 1970er-Jahren stammt, plane hohe Renovierungskosten ein.
• Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG): Frage nach dem Zustand des Gemeinschaftseigentums. Gibt es anstehende Sanierungen (z. B. Dach, Fassade)? Wer zahlt das?
• Lage und Umgebung: Komme zu verschiedenen Tageszeiten wieder. Wie laut ist es am Samstagabend? Wie voll sind die Parkplätze mittags?
Bringe am besten eine Kamera oder dein Handy mit und mache Fotos von allem, was dir auffällt – sowohl Positives als auch Negatives. Das hilft dir später beim Vergleich.
Fragen an den Verkäufer oder Makler
Sei vorbereitet und stelle die richtigen Fragen. Standardfragen kennst du wahrscheinlich, aber versuche, tiefer zu graben, um die verborgenen Kosten der eigentumswohnung zu verstehen.
• Wie hoch sind die aktuellen Hausgelder und was beinhaltet dieser Betrag genau? (Heizung, Wasser, Instandhaltungsrücklage?)
• Gab es in den letzten Jahren größere Reparaturen oder Sanierungen am Gebäude?
• Wie ist die Zusammensetzung der Eigentümergemeinschaft? (Viele Vermieter oder Selbstnutzer?)
• Warum wird die Wohnung verkauft? (Die Antwort kann Hinweise auf Probleme geben.)
Du hast deine Traumwohnung gefunden und der Verkäufer hat dir zugesagt. Herzlichen Glückwunsch! Jetzt beginnt die heiße Phase, in der du nichts überstürzen darfst, aber schnell handeln musst.
Finanzierungszusage einholen
Sobald du dich entschieden hast, brauchst du eine verbindliche Finanzierungszusage deiner Bank. Verkäufer nehmen Angebote ernster, wenn sie sehen, dass das Geld gesichert ist. Wenn du noch keine endgültige Zusage hast, musst du klarmachen, dass dies kurz bevorsteht.
Die Unterlagen prüfen: Das Kleingedruckte ist entscheidend
Dies ist der wichtigste Schritt vor dem Notartermin. Du musst alle relevanten Dokumente sorgfältig prüfen. Wenn du dich mit dem Kauf einer Eigentumswohnung beschäftigst, sind das oft viele Papiere, die juristisch klingen.
Lass dir folgende Dokumente zeigen und lies sie durch:
• Das Teilungserklärung: Dieses Dokument regelt, was zum Sondereigentum (deine Wohnung) und was zum Gemeinschaftseigentum (Dach, Treppenhaus) gehört.
• Die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen: Hier erkennst du Streitpunkte, geplante Sanierungen und wie die Gemeinschaft arbeitet.
• Der Wirtschaftsplan und die Jahresabrechnungen: Hier siehst du, wie hoch die Instandhaltungsrücklage ist und ob genug Geld für zukünftige Reparaturen gespart wird.
• Der Energieausweis: Er gibt Aufschluss über den energetischen Zustand des Gebäudes.
Wenn du dir bei juristischen oder technischen Begriffen unsicher bist, ziehe einen unabhängigen Experten hinzu. Das ist keine Schande, sondern kluges Handeln. Lieber jetzt ein paar hundert Euro für eine Prüfung ausgeben, als später Tausende für unerwartete Sanierungskosten.
Der Notar und der Kaufvertrag
In Deutschland muss der Kaufvertrag für Immobilien notariell beurkundet werden. Der Notar ist neutral und liest den Vertrag vor. Du hast das Recht, den Entwurf des Kaufvertrages schon Tage vorher zu erhalten. Nutze diese Zeit, um ihn in Ruhe zu prüfen. Stelle im Termin nur Fragen, wenn du etwas nicht verstanden hast. Deine Chance, den Inhalt zu verhandeln, ist vor dem Notartermin, nicht währenddessen.
was muss ich bei der besichtigung alles prüfen?
Du solltest gezielt nach Feuchtigkeitsschäden suchen, den Zustand der Fenster und der Elektrik überprüfen und auf den Geruch achten. Nimm dir Zeit und schau hinter Möbelstücke, falls möglich. Vergiss nicht, die Lautstärke der Umgebung zu einem anderen Zeitpunkt zu testen.
wie lange dauert die eigentumswohnungssuche ungefähr?
Die Dauer der Wohnungssuche ist sehr unterschiedlich und hängt stark vom Markt ab. In sehr angespannten Märkten kann es Monate dauern, bis du ein passendes Objekt findest, das deinen Vorstellungen entspricht. Sei geduldig, aber bleibe aktiv bei der Recherche.
kann ich meine finanzierung noch ändern, wenn ich den vertrag unterschrieben habe?
Nach der notariellen Beurkundung wird der Vertrag bindend. Vor der Unterzeichnung kannst du Anpassungen besprechen, danach wird es sehr schwierig. Eine Änderung der Finanzierung kann oft noch vor der Umschreibung im Grundbuch besprochen werden, aber das hängt von den genauen Klauseln ab.