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Bevor du dich in die unzähligen Immobilienportale stürzt und Besichtigungstermine vereinbarst, ist eine solide Vorbereitung Gold wert. Viele Menschen überspringen diesen Teil, weil sie so schnell wie möglich Objekte sehen wollen. Genau das führt später zu Frustration. Denk daran: Das perfekte Haus zu finden, beginnt lange vor der ersten Besichtigung.
Dein Budget festlegen und realistisch planen
Der wichtigste Punkt zuerst: das Geld. Du musst genau wissen, was du dir leisten kannst und willst. Sprich mit deiner Bank oder einem unabhängigen Finanzierungsberater. Lasse dir eine Finanzierungsbestätigung ausstellen. Das ist dein wichtigstes Dokument. Es zeigt Verkäufern, dass du ein ernsthafter Käufer bist. Denke nicht nur an den reinen Kaufpreis. Es kommen immer Nebenkosten auf dich zu. Diese Nebenkosten sind oft höher, als man annimmt.
Diese Kosten musst du zusätzlich zum Kaufpreis einplanen:
• Grunderwerbsteuer: Die Höhe variiert je nach Bundesland stark. Informiere dich genau über die aktuellen Sätze in deiner Wunschregion.
• Notar- und Grundbuchkosten: Für die Abwicklung des Kaufvertrages fallen Gebühren an. Rechne hierfür mit etwa 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises.
• Eventuelle Maklerprovision: Wenn du einen Makler beauftragst, fällt eine Courtage an. Kläre frühzeitig, wer wie viel zahlt.
Die Wunschliste: Was ist ein Muss, was ein Kann?
Setz dich hin und schreibe eine Liste. Aber sei ehrlich zu dir selbst. Das Haus, das alle deine Wünsche zu 100 Prozent erfüllt, ist extrem selten und oft sehr teuer. Teile deine Liste in zwei Bereiche auf: Must-haves und Nice-to-haves.
Beispiele für Must-haves beim Haus suchen:
• Anzahl der Zimmer (zum Beispiel mindestens drei Schlafzimmer für die Familie).
• Die Lage (Pendelzeit zur Arbeit maximal 30 Minuten).
• Ein Garten, der groß genug für einen Hund ist.
Nice-to-haves könnten sein: Ein Gäste-WC, eine spezielle Heizungsart oder eine offene Küche. Wenn du weißt, was du absolut brauchst, kannst du Angebote, die diese Kriterien nicht erfüllen, schneller aussortieren. Das spart wertvolle Zeit.
Online-Portale sind natürlich wichtig. Aber verlasse dich nicht nur darauf. Die besten oder schnellsten Angebote sind oft schon weg, bevor sie groß beworben werden. Du brauchst eine Multi-Kanal-Strategie beim Haus suchen.
VIDEO: Mein Haus in Alaska | HGTV Deutschland
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Online-Portale nutzen und Suchaufträge einrichten
Richte auf den großen Immobilienplattformen Suchaufträge mit deinen genauen Kriterien ein. Du bekommst dann sofort eine E-Mail, wenn ein neues Haus eingestellt wird. Sei schnell bei der Kontaktaufnahme. Bei attraktiven Häusern in beliebten Gegenden zählt oft die Minute.
Lokale Präsenz zeigen
Geh raus in die Gegend, in der du suchen möchtest. Viele Verkäufer, besonders wenn sie älter sind, inserieren lieber lokal. Schau in den Schaufenstern von ortsansässigen Maklern. Manchmal hängen dort Zettel aus, die nie online gehen. Fahre durch die Straßen, die dir gefallen. Manchmal siehst du ein „Zu verkaufen“-Schild, das nur am Zaun hängt. Rufe dort an, auch wenn du nicht weißt, wer der Eigentümer ist. Das ist oft der direkteste Weg.
Netzwerk aktivieren
Erzähle jedem, dass du ein Haus suchst. Freunde, Kollegen, der Bäcker um die Ecke. Oft kommt der Tipp aus der dritten Hand: „Meine Tante will ihr altes Haus verkaufen, hat aber noch niemanden informiert.“ Diese ‚inoffiziellen‘ Wege führen häufig zu Objekten, die noch nicht im großen Wettbewerb stehen.
Endlich stehst du im Haus. Die Emotionen spielen verrückt. Du stellst dir schon vor, wie du den Garten bepflanzt. Jetzt ist es aber Zeit, kühl und kritisch zu bleiben. Du bist nicht auf einer Hausparty, du prüfst eine große Investition.
Der erste Eindruck zählt – aber nicht nur optisch
Achte auf Gerüche. Riecht es muffig oder stark nach Chlor oder Duftspray? Das kann ein Hinweis auf versteckte Feuchtigkeitsprobleme sein. Schau dir die Decken und Wände genau an, besonders in Ecken und hinter Möbeln, falls diese noch stehen. Feuchtflecken oder Risse sind Warnsignale.
Gehe nicht nur durch die Räume. Prüfe die Technik:
• Heizung: Wo steht der Heizkessel? Wie alt sieht er aus? Frage nach dem letzten Wartungsdatum. Eine neue Heizung ist ein großer Kostenfaktor, falls sie bald ausgetauscht werden muss.
• Fenster: Sind die Fenster modern (Doppel- oder Dreifachverglasung) oder sind sie noch alt? Alte Fenster kosten dich viel Geld bei der Heizrechnung.
• Elektrik: Sind die Sicherungskästen modern (mit Leitungsschutzschaltern) oder noch mit alten Schraubsicherungen ausgestattet? Das ist wichtig für deine Versicherung und Sicherheit.
Die Umgebung unter die Lupe nehmen
Die beste Immobilie im falschen Umfeld ist kein gutes Geschäft. Du musst die Nachbarschaft verstehen. Frage den Eigentümer oder Makler direkt, was die Nachbarn machen. Ist dort ein Mehrfamilienhaus, das oft Lärm macht? Wie ist die Verkehrsanbindung?
Gehe unbedingt zu verschiedenen Tageszeiten hin. Was morgens ruhig wirkt, kann abends durch eine nahegelegene Kneipe oder eine Hauptverkehrsstraße sehr laut werden. Mach den „Mittags-Check“ und den „Abend-Check“ am Wochenende. So vermeidest du böse Überraschungen beim späteren Haus kaufen.
Du hast dein Herz an ein Haus verloren. Jetzt kommt der schwierigste Teil: der Preis. Sei dir bewusst, dass der angegebene Preis selten der Endpreis ist. Der Verkäufer erwartet oft eine Verhandlung.
Beweise sammeln für Preisnachlässe
Wenn du während der Besichtigung Mängel gefunden hast, notiere sie sorgfältig. Diese Mängel sind deine Argumente für eine Preisreduzierung. Wenn das Dach in zehn Jahren dringend erneuert werden muss oder die Ölheizung alt ist – das sind konkrete Kosten, die du dem Verkäufer vorrechnen kannst.
Argumentiere niemals mit deinem persönlichen Gefühl oder deiner Finanzsituation („Ich kann leider nicht mehr zahlen“). Argumentiere immer mit Fakten und dem Zustand des Objekts.
• Fakt: „Die Bäder sind aus den 70er Jahren und müssen komplett saniert werden. Die Kosten dafür liegen aktuell bei X Euro.“
• Fakt: „Das Haus benötigt eine neue Dacheindeckung in den nächsten fünf Jahren, was uns eine Investition von Y Euro kostet.“
Sei höflich, aber bestimmt. Wenn der Verkäufer nicht bereit ist, auf Basis dieser Fakten den Preis anzupassen, musst du entscheiden, ob dir das Haus den vollen Preis wert ist. Manchmal ist es besser, den Zuschlag nicht zu bekommen, als ein Haus zu kaufen, das dich finanziell überfordert.
Es ist hart. Du hast viel Hoffnung in ein Objekt gesteckt, und dann sagt der Verkäufer jemand anderem zu oder du wirst überboten. Diese Enttäuschungen gehören leider zum Prozess des Haus suchen dazu. Das ist kein persönliches Scheitern.
Erlaube dir, enttäuscht zu sein. Aber lass die Enttäuschung nicht in Resignation umschlagen. Jedes „Nein“ bringt dich näher an das richtige „Ja“. Denk daran, dass das Haus, das du vielleicht gerade verpasst hast, möglicherweise einen versteckten Mangel hatte, den du noch nicht erkannt hättest.
Richte deinen Fokus neu aus. Gehe deine Checkliste für das nächste Objekt durch. Was hast du beim letzten Mal gelernt? Welche Frage hättest du noch stellen müssen? Nutze diese Erfahrung sofort für die nächste Besichtigung. Der Markt bewegt sich weiter, und neue, passende Häuser tauchen ständig auf.
was tun, wenn ich mich bei der besichtigung nicht traue, kritische fragen zu stellen?
Es ist dein zukünftiges Zuhause, du hast jedes Recht, alles zu hinterfragen. Bereite dir eine Liste mit den wichtigsten technischen Fragen vor (Heizung, Dach, Feuchtigkeit) und nimm sie mit. Wenn du nervös bist, sag einfach: „Ich möchte sicherstellen, dass ich nichts Wichtiges vergesse, können wir kurz die Wartung der Heizung besprechen?“ Übung macht den Meister, und Verkäufer erwarten Fragen.
sollte ich einen makler beauftragen, wenn ich mein haus suche?
Ein Makler kann dir viel Arbeit abnehmen und hat oft Zugang zu Objekten, bevor sie öffentlich werden. Wenn du wenig Zeit hast oder dich mit den lokalen Gegebenheiten nicht auskennst, kann sich ein guter, ortskundiger Makler lohnen. Prüfe aber genau, wer die Provision zahlt und ob der Makler wirklich für deine Interessen arbeitet.
wie lange dauert die suche nach einem passenden haus normalerweise?
Das ist sehr individuell und hängt stark von deiner Region und deinen Ansprüchen ab. In sehr begehrten Lagen kann die Suche nach dem richtigen Objekt mit Preis und Zustand leicht sechs Monate oder länger dauern. Bleib geduldig, aber aktiv. Der Schlüssel liegt darin, schnell zu reagieren, wenn etwas Gutes auf den Markt kommt, ohne vorschnell Kompromisse bei den Must-haves zu machen.