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Der Gedanke, ein Mehrfamilienhaus von privat zu kaufen, hat seinen Reiz. Du siehst oft direkt den Eigentümer vor dir. Das ist ein großer Unterschied zum Kauf über große Gesellschaften oder Erbengemeinschaften, wo Entscheidungen oft lange dauern und sehr formalisiert ablaufen. Wenn du mit dem Eigentümer sprichst, verstehst du die Geschichte des Hauses besser. Du erfährst, warum die Bäder noch nicht saniert wurden oder welche Mängel der Vorbesitzer kennt. Diese Transparenz ist Gold wert, wenn du später selbst die Vermietung übernimmst.
Ein weiterer Punkt ist der Preis. Beim Direktkauf entfallen oft die üblichen Maklerprovisionen. Auch wenn du vielleicht selbst einen Berater hinzuziehst, kann die Ersparnis erheblich sein. Wenn du also nach „attraktive Mehrfamilienhäuser kaufen von privat“ suchst, meinst du oft genau diesen Weg: Kosteneffizienz durch direkte Verhandlung.
Die Herausforderung: Wo finde ich diese Angebote?
Das ist die Gretchenfrage. Private Verkäufer inserieren ihre Objekte nicht immer auf den großen, gängigen Immobilienportalen. Sie gehen oft andere Wege. Du musst aktiv werden und deine Suche erweitern, um die besten Chancen beim Mehrfamilienhaus kaufen von privat zu nutzen.
• Lokale Netzwerke aktivieren: Dein lokales Umfeld ist oft der beste Tippgeber. Erzähle Freunden, Kollegen und Handwerkern, dass du investieren möchtest. Oft wissen diese, wessen Großtante in der Nachbarschaft verkaufen möchte, aber keine Lust auf Makler hat.
• Direkte Ansprache (Letter-Mailing): Das ist sehr praxisorientiert. Recherchiere in deinem Wunschgebiet, welche älteren Mehrfamilienhäuser vielleicht etwas vernachlässigt aussehen oder deren Eigentümer im Rentenalter sind. Schreibe diese Eigentümer direkt an. Sei höflich, stell dich kurz vor und erkläre dein Interesse. Du bietest eine unkomplizierte Lösung, falls sie ohnehin verkaufen wollen.
• Lokale Zeitungen und Aushänge: Schau in die Rubriken für Immobilienanzeigen in deiner lokalen Tageszeitung oder an den schwarzen Brettern im Supermarkt. Hier inserieren ältere Menschen oft noch lieber, als komplexe Online-Anzeigen zu schalten.
• Suchanzeigen schalten: Du kannst auch selbst eine Anzeige aufgeben: „Suche Mehrfamilienhaus in [Dein Ort] von privat kaufen“. Das macht deutlich, dass du kein Makler bist und direkt investieren willst.
Wenn du ein interessantes Objekt gefunden hast, beginnt die wichtigste Phase. Beim Kauf von privat ist die Gefahr groß, dass Unterlagen fehlen oder das Haus weniger gepflegt ist als bei professionellen Anbietern. Dein Bauchgefühl ist wichtig, aber Fakten sind entscheidend, wenn du ein Mehrfamilienhaus von privat kaufst.
Die Unterlagenlage beim Privatverkauf
Der private Verkäufer hat vielleicht nicht alle Dokumente perfekt sortiert. Du musst aktiv darauf drängen, folgende Dinge zu sehen:
• Mietverträge und Mieterstruktur: Hast du alle aktuellen Mietverträge? Sind die Mieten marktüblich oder gibt es große Nachholpotentiale? Gibt es Kündigungsschutz oder sind Mieter sehr lange im Haus? Das beeinflusst deine zukünftigen Einnahmen massiv.
• Energieausweis: Dieser ist Pflicht. Schaue dir die Kennwerte genau an. Ein schlechter Wert bedeutet hohe Heizkosten für die Mieter – was wiederum zu Problemen mit den Mietzahlungen führen kann.
• Bauunterlagen und Sanierungen: Welche großen Reparaturen wurden wann gemacht? Neue Dächer, neue Heizungsanlagen, neue Fenster – diese Kosten kommen auf dich zu. Wenn der Eigentümer keine Belege hat, musst du vorsichtiger sein und eigene Experten hinzuziehen.
• Protokolle der Eigentümerversammlungen (falls WEG): Auch wenn es ein reines MFH ist, können Unterlagen zu Schäden oder geplanten Instandhaltungen wichtig sein.
Sei hier nicht schüchtern. Du kaufst eine große Investition. Du hast das Recht, alle notwendigen Informationen zu bekommen. Ein zögerlicher Verkäufer kann ein Warnsignal sein, wenn es um die Herausgabe wichtiger Unterlagen geht.
VIDEO: Aus diesem Grund investieren Profis in Mehrfamilienhuser
Der Blick auf die Bausubstanz – Dein wichtiger Termin
Wenn du ein Mehrfamilienhaus von privat kaufst, ist der Termin vor Ort entscheidend. Nimm dir Zeit. Und ganz wichtig: Nimm einen Experten mit. Das muss kein teurer Gutachter sein, aber vielleicht ein befreundeter Bauingenieur oder ein sehr erfahrener Handwerker, der sich mit Altbauten auskennt. Diese Person sieht Dinge, die dir verborgen bleiben.
Achte auf diese praktischen Dinge:
• Feuchtigkeit und Schimmel: Riecht es muffig? Sind dunkle Flecken an den Kellerwänden oder hinter Schränken? Feuchtigkeit ist der Todfeind jeder Immobilie und sehr teuer in der Behebung.
• Zustand des Daches: Sind Ziegel locker? Siehst du Moose, die auf lange Vernachlässigung hindeuten?
• Heizsystem: Ist die Heizung modern (z.B. Brennwerttechnik) oder steht sie kurz vor dem Austausch? Eine neue Heizung kann schnell zehntausende Euro kosten.
• Steigleitungen: Gerade in älteren Objekten sind Wasser- und Abwasserleitungen ein kritischer Punkt. Sind diese noch aus Kupfer oder gar veraltetem Material? Ein Austausch ist extrem aufwendig, da Wände geöffnet werden müssen.
Du brauchst eine solide Finanzierung, bevor du tief in Verhandlungen einsteigst, gerade wenn du ein Mehrfamilienhaus von privat kaufen willst. Banken sind bei Investitionsobjekten oft strenger als bei selbstgenutzten Wohnungen.
Bereichernde Links
Tauche tiefer in das Thema Mehrfamilienhäuser kaufen von privat ein mit diesen nützlichen Quellen.
• Haus von privat kaufen in Rhein-Erft-Kreis – ImmoScout24
• Hauskauf steuerlich absetzen: Geht das? – Volksbanken …
Die Mieteinnahmen realistisch einschätzen
Der Wert eines Mehrfamilienhauses bestimmt sich nicht nur über den Bodenrichtwert, sondern primär über die Ertragskraft. Die Bank schaut auf die Nettokaltmieten, die du langfristig erzielen kannst. Rechne nicht nur mit den aktuellen Mieten, sondern kalkuliere mit realistischen Steigerungspotenzialen nach Modernisierung und Mieterwechsel. Ignoriere aber nicht die Leerstandsrisiken.
Deine Formel sollte ungefähr so aussehen: Kaufpreis + Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar) + Kosten für notwendige Sanierungen = Dein Gesamteinsatz. Dieser Betrag muss durch die Mieteinnahmen nachhaltig gedeckt werden können.
Verhandlungsspielraum beim Privatkauf
Oft ist der Wunschpreis des privaten Verkäufers nicht der Endpreis. Wenn du Mängel findest, die der Verkäufer verschwiegen hat oder die ihm nicht bekannt waren, ist das dein Verhandlungschip. Sei fair, aber bestimmt. Wenn der Gutachter feststellt, dass das Dach in fünf Jahren dringend neu muss, ziehe diesen Betrag vom Angebot ab. Da du keine Maklerkosten sparst, erwarte der Verkäufer oft einen schnellen, unkomplizierten Abschluss. Nutze diese Geschwindigkeit als Vorteil, aber gib niemals deine Sorgfaltspflicht auf.
Beim Mehrfamilienhaus kaufen von privat ist der Notartermin unerlässlich. Der Notar ist neutral und achtet darauf, dass beide Seiten rechtlich abgesichert sind. Du solltest jedoch nicht blind unterschreiben.
Lass dir den Vertragsentwurf frühzeitig zukommen. Wenn du das erste Mal so ein großes Objekt kaufst, ziehe einen Fachanwalt für Immobilienrecht hinzu, der den Entwurf prüft. Das kostet eine kleine Gebühr, kann dich aber vor teuren Fehlern bewahren. Gerade bei Gewährleistungsausschlüssen im Kaufvertrag musst du aufpassen. Private Verkäufer versuchen oft, jegliche Haftung auszuschließen. Das ist üblich, aber du musst wissen, welche Risiken du damit eingehst.
Stelle sicher, dass im Vertrag klar geregelt ist, wann die Übergabe erfolgt und wer die Mieteinnahmen bis zu diesem Datum erhält. Diese Übergabephase ist oft ein Streitpunkt, wenn der Verkäufer noch lange im Haus wohnen bleiben möchte.
Der Kauf eines Mehrfamilienhauses ist ein Marathon, kein Sprint. Wenn du ein Mehrfamilienhaus von privat kaufen möchtest, brauchst du Geduld, Hartnäckigkeit bei der Recherche und eine eiskalte Kalkulation. Deine Emotionen spielen eine Rolle, denn du sprichst mit Menschen, die vielleicht Jahrzehnte in ihrem Haus gelebt haben. Bleib menschlich, aber lass dich nicht emotional zu schnellen Entscheidungen drängen.
Wenn du alle diese Schritte sorgfältig durchgehst – von der aktiven Suche über die gründliche Prüfung der Bausubstanz bis zur juristischen Absicherung –, dann stehst du auf dem besten Weg, dein erstes Mehrfamilienhaus erfolgreich und profitabel zu übernehmen.
wie finde ich heraus, ob die mieten zu niedrig sind?
vergleiche die aktuellen kaltmieten mit den ortsüblichen vergleichsmieten in deiner region. dies ist oft über den lokalen mietspiegel möglich. du kannst auch schauen, wie lange die mietverträge schon existieren, da lange liegende mieten meist unter dem marktpreis liegen.
ist der notarkostenanteil beim privatkauf günstiger?
nein, die notarkosten sind gesetzlich festgelegt und richten sich nach dem kaufpreis. sie sind beim kauf von privat genauso hoch wie beim kauf über einen makler. der vorteil liegt meist im wegfall der maklerprovision.
was mache ich, wenn der private verkäufer keine sanierungsbelege hat?
du musst vorsichtiger kalkulieren und einen größeren budgetpuffer einplanen. beauftrage einen unabhängigen gutachter, um den zustand von dach und leitungen realistisch einschätzen zu lassen. diese potenziellen kosten ziehst du dann vom kaufpreis ab.