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Bevor wir uns ansehen, wo genau die privaten Inserate versteckt sind, lass uns kurz beleuchten, warum dieser Aufwand sich lohnen kann. Wenn du eine Immobilie von privat kaufst, sparst du in der Regel die Maklerprovision. Das ist ein signifikanter finanzieller Vorteil. Außerdem bekommst du oft direktere Einblicke in die Geschichte des Hauses oder der Wohnung. Der Eigentümer kennt jede Reparatur, jeden Wasserschaden und jede Besonderheit des Objekts aus erster Hand. Das schafft Vertrauen, wenn du weißt, wem du gegenübersitzt und wer dir die Immobilie verkauft.
Der Nachteil? Private Verkäufer sind oft unerfahren im Verkaufsprozess. Manchmal dauert die Kommunikation länger, oder Unterlagen sind nicht sofort vollständig sortiert. Aber das ist ein kleiner Preis für die potenziellen Vorteile, oder?
Die Zeiten, in denen private Verkäufer nur einen Zettel ans Schwarze Brett im Supermarkt kleben, sind größtenteils vorbei. Auch private Anbieter nutzen das Internet. Allerdings wählen sie oft andere Kanäle als die großen, kostenpflichtigen Immobilienportale, bei denen Makler dominieren. Hier sind die wichtigsten Anlaufstellen, wenn du nach Immobilienangeboten von privat suchst.
Klassische Immobilienportale – die richtige Filterung
Ja, auch auf den großen Portalen findest du private Angebote. Der Trick liegt in der effektiven Filterung. Makler dominieren oft die Top-Platzierungen, aber du kannst sie aussortieren. Schaue genau hin, wenn du Angebote durchblätterst. Private Inserate haben oft weniger professionelle Fotos oder eine persönlichere Beschreibung. Viele Portale bieten eine direkte Filteroption an, um nur „Privatverkäufer“ oder „von Eigentümer“ anzeigen zu lassen. Nutze diese Funktion konsequent.
Sei auch bereit, die Preise zu vergleichen. Manchmal inserieren private Verkäufer etwas höher, weil sie die Maklerprovision einsparen möchten. Manchmal sind sie aber auch offen für Verhandlungen, da sie den Verkauf schnell abschließen wollen.
Lokale Kleinanzeigen und Social Media
Hier wird es oft spannend, denn diese Plattformen werden häufiger für den direkten Privatverkauf genutzt. Denke an die etablierten Plattformen für Kleinanzeigen, die du vielleicht von früher kennst. Dort inserieren Menschen, die schnell und unkompliziert verkaufen wollen, oft ohne großen Aufwand.
Ein weiterer wichtiger Punkt, wenn du wissen willst, wo finde ich privat verkaufte häuser: Social Media. Besonders Facebook ist ein guter Ort. Suche gezielt nach lokalen Gruppen. Es gibt Gruppen wie „Immobilien kaufen und verkaufen in [Deine Stadt]“ oder „Hausverkauf privat [Region]“. Trete diesen Gruppen bei. Oft posten Eigentümer dort, bevor sie ein teures Inserat schalten, um erst einmal ein Gefühl für den Markt zu bekommen oder schnell Interessenten zu finden.
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Der klassische Weg: Das Brett im Viertel
Vergiss nicht die Macht der analogen Welt, besonders wenn du ein Haus in einer bestimmten, ländlichen Gegend suchst. Viele ältere Eigentümer setzen immer noch auf die klassische Methode. Suche aktiv nach folgenden Orten:
• Das schwarze Brett im örtlichen Supermarkt oder Baumarkt.
• Aushänge im Stadtteilzentrum oder im Rathaus.
• Lokale Zeitungen und Anzeigenblätter – die haben oft einen speziellen Bereich für Privatangebote.
Wenn du dort ein interessantes „Zu Verkaufen“-Schild siehst, halte unbedingt an und rufe die Nummer an. Viele dieser Schilder werden nicht online gestellt, weil die Eigentümer sich nicht mit der digitalen Welt auseinandersetzen wollen oder den lokalen Kontakt bevorzugen.
Der Schlüssel, um erfolgreich Immobilien von privat zu finden, liegt darin, nicht nur zu warten, bis etwas online gestellt wird. Du musst aktiv werden. Viele Objekte werden verkauft, bevor sie überhaupt offiziell inseriert werden. Das nennt man „Off-Market“. Wie kommst du an diese Objekte?
Die „Suche ich“-Anzeige erstellen
Statt nur zu suchen, musst du dich selbst anbieten. Schalte eine eigene Anzeige oder einen kurzen Beitrag in den relevanten lokalen Gruppen oder im Anzeigenteil der Zeitung. Formuliere klar, was du suchst und was deine Ernsthaftigkeit ausmacht.
Beispiel für deinen Text (kurz und direkt):
• Ich suche ein charmantes Reihenhaus in [Stadtteil X] oder [Umkreis Y].
• Bevorzugt von privat, da ich Wert auf direkten Kontakt lege.
• Fest zugesagte Finanzierung vorhanden. Bei Interesse rufe ich gerne zeitnah an.
Das wirkt professionell und signalisiert, dass du kein reiner „Träumer“ bist. Eigentümer, die überlegen zu verkaufen, werden so auf dich aufmerksam.
Netzwerken und Mundpropaganda nutzen
Das ist oft der erfolgreichste, aber am langsamsten wirkende Weg. Erzähle jedem, dass du kaufst. Sprich mit Freunden, Kollegen, Nachbarn und deinem Zahnarzt. Erkläre genau, was du suchst – zum Beispiel: „Ich suche ein kleines Haus mit Garten in der Nähe von [konkrete Schule/Arbeit].“
Oftmals weiß jemand, dass Tante Erna in zwei Jahren umziehen möchte oder der Nachbar überlegt, sein abbezahltes Haus zu verkleinern. Wenn du die Person bist, die zuerst davon erfährt, hast du einen riesigen Vorsprung. Du umgehst den Wettbewerb auf den großen Portalen komplett.
Wenn du endlich eine tolle Immobilie von privat findest, freust du dich natürlich. Aber es gibt ein paar Punkte, die du jetzt besonders beachten musst, da kein Makler die Vorarbeit leistet.
Dokumente und Unterlagen prüfen
Bei Maklerobjekten liegen oft alle Unterlagen bereit. Privatverkäufer müssen diese eventuell erst noch zusammensuchen. Bestehe frühzeitig auf folgende Dokumente, damit du weißt, ob die Immobilie solide ist:
• Aktueller Grundbuchauszug (zeigt, wer wirklich Eigentümer ist).
• Energieausweis (in Deutschland Pflicht).
• Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen (bei Wohnungen).
• Nachweise über ausgeführte Sanierungen oder Modernisierungen (Rechnungen).
Wenn der Verkäufer zögert, ist das ein Warnsignal. Ein seriöser privater Verkäufer will dir zeigen, dass alles in Ordnung ist.
Der Preis und die Verhandlung
Ohne Makler entfällt die Provision. Das gibt dir Spielraum bei der Preisverhandlung. Recherchiere den Marktwert der vergleichbaren Objekte in der Gegend. Wenn der private Verkäufer keinen Makler beauftragt hat, ist er möglicherweise weniger realistisch bei der Preisfindung. Sei fair, aber hart in der Argumentation, wenn die Substanz Mängel aufweist, die du später beheben musst.
Der Notartermin und die rechtliche Absicherung
Auch wenn du privat kaufst, führt kein Weg am Notar vorbei. Der Notar ist neutral und schützt beide Seiten. Lass dir nichts einreden, dass man den Kaufvertrag „schnell und ohne Notar“ machen könnte. Das ist in Deutschland beim Immobilienkauf nicht gültig und extrem gefährlich für dich als Käufer.
Nimm dir Zeit für die Prüfung des Kaufvertrags. Wenn du unsicher bist, ziehe einen eigenen Immobilienanwalt hinzu, der den Entwurf prüft. Das kostet zwar etwas, schützt dich aber vor späteren bösen Überraschungen bei einem Kauf „von privat“.
ist es wirklich günstiger, privat zu kaufen?
Ja, meistens sparst du die Maklerprovision, die oft zwischen drei und sieben Prozent des Kaufpreises beträgt. Allerdings können private Verkäufer den Preis manchmal auch höher ansetzen, weil sie die Ersparnis nicht 1:1 weitergeben. Es hängt stark vom individuellen Verkäufer und der Dringlichkeit ab.
was mache ich, wenn ich keine privaten angebote finde?
Wenn die Suche anstrengend wird, weite deine Suche auf die Maklerportale aus, aber nutze dort die Filter „von Privat“ strikt. Gleichzeitig verstärke deine proaktiven Maßnahmen: Schalte mehr „Suche ich“-Anzeigen und sprich mehr Menschen in deiner Zielregion an. Oftmals findet der Verkauf über Mundpropaganda statt.
darf ich einen makler beauftragen, um privatangebote zu finden?
Das ist möglich, aber dann kaufst du nicht mehr direkt von privat. Einige Makler bieten einen sogenannten „Suchauftrag“ an, bei dem sie aktiv Objekte finden, auch solche, die noch nicht öffentlich gelistet sind. Sie arbeiten dann wie dein persönlicher Einkäufer. Du zahlst dann in der Regel die vereinbarte Käuferprovision, wenn sie dir das Objekt vermitteln.