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Eine Eigentumswohnung ist mehr als nur ein Haus, das du kaufst. Du erwirbst einen spezifischen Teil eines größeren Gebäudes. Das ist der erste wichtige Unterschied zur freistehenden Immobilie. Du kaufst nicht nur deine Wohnung selbst, sondern auch einen Anteil an den Gemeinschaftsflächen. Dazu gehören das Treppenhaus, der Keller oder der Dachboden, oft auch der Garten oder die Fassade.
was gehört dir wirklich? die aufteilung verstehen
Wenn du eine Eigentumswohnung erwirbst, hältst du zwei Dinge in den Händen: den Wohnungseigentumsanteil und das Sondereigentum. Das Sondereigentum ist klar: Das ist alles, was sich innerhalb deiner vier Wände befindet – die Tapeten, der Bodenbelag, die Einbauküche. Was du nicht einfach so ändern darfst, ist das Gemeinschaftseigentum. Dazu zählen tragende Wände, das Dach, die Fenster von außen gesehen oder die Heizungsanlage. Hier brauchst du die Zustimmung der anderen Eigentümer.
die rolle der wohnungseigentümergemeinschaft (weg)
Die Weg, die Wohnungseigentümergemeinschaft, ist dein zukünftiger Nachbarverein. Alle Entscheidungen, die das Gemeinschaftseigentum betreffen, trifft ihr gemeinsam bei der Eigentümerversammlung. Das ist essenziell, denn hier geht es um Reparaturen, die Hausordnung oder auch die Höhe der monatlichen Rücklagen. Wenn du eine Wohnung kaufst, trittst du automatisch in diese Gemeinschaft ein. Informiere dich genau, wie aktiv und harmonisch diese Gemeinschaft arbeitet. Eine sanierungsstarke Gemeinschaft kann bedeuten, dass bald hohe Kosten auf dich zukommen, aber auch, dass die Immobilie gut gepflegt ist.
Viele Käufer konzentrieren sich nur auf den Angebotspreis der Immobilie. Das ist ein häufiger Fehler. Beim Kauf einer Eigentumswohnung kommen viele weitere Kosten hinzu, die du unbedingt einplanen musst. Diese Nebenkosten können schnell 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises ausmachen. Sie sind nicht verhandelbar und müssen aus Eigenkapital bezahlt werden, da Banken diese Kosten meist nicht mitfinanzieren.
VIDEO: Eigentumswohnung kaufen Tipps fr Einsteiger (2025)
die wichtigsten nebenkosten im überblick
Wenn du ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchtest, solltest du neben dem reinen Kaufpreis auch die Nebenkosten einkalkulieren. Hier sind die Posten, die du auf jeden Fall auf deiner Liste haben musst, wenn du überlegst, eine Eigentumswohnung zu erwerben:
• Grunderwerbsteuer: Die Höhe variiert je nach Bundesland stark. Das ist ein fixer Prozentsatz des Kaufpreises.
• Notar- und Grundbuchkosten: Der Kaufvertrag muss notariell beurkundet werden, und die Eintragung im Grundbuch kostet ebenfalls. Rechne hier mit etwa 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises.
• Maklerprovision: Falls ein Makler beteiligt war, fällt eine Provision an. In Deutschland teilen sich Käufer und Verkäufer diese Kosten oft, aber das muss klar geregelt sein.
die laufenden kosten: monatliche belastungen verstehen
Nach dem Kauf hören die Ausgaben nicht auf. Du zahlst monatlich einen festen Betrag an die Hausverwaltung. Dieser Betrag teilt sich in zwei Hauptbereiche auf, die du unbedingt prüfen musst, wenn du eine gebrauchte Eigentumswohnung kaufst:
• Hausgeld (oder Wohngeld): Das deckt die laufenden Kosten wie Wasser, Heizung, Versicherungen, Müllabfuhr und Hausmeister.
• Instandhaltungsrücklage: Das ist das Sparbuch der Gemeinschaft für zukünftige Reparaturen am Gemeinschaftseigentum. Ist die Rücklage zu niedrig, drohen hohe Sonderumlagen (einmalige Zuzahlungen) bei größeren Sanierungen.
Achte genau auf die Höhe der Instandhaltungsrücklage in den Protokollen der letzten Eigentümerversammlungen. Eine geringe Rücklage bei einem alten Gebäude ist ein Warnsignal.
Du hast eine schöne Wohnung in Aussicht, die perfekt gelegen ist. Bevor du den Scheck unterschreibst, musst du tief in die Unterlagen eintauchen. Das ist der Moment, in dem du zum Detektiv wirst. Denn der Verkäufer muss dir alle wichtigen Fakten auf den Tisch legen.
Vertiefende Links
Gewinne vertiefte Einblicke in Eigentumswohnungen kaufen: Ihr Traumzuhause finden mit dieser Linkliste.
• Immobilien kaufen, mieten, verkaufen und vermieten | Wüstenrot
• Wohnung kaufen – Bavaria Wohnbau
drei dokumente sind dein schlüssel
Um eine solide Entscheidung über den Kauf einer Wohnungseigentum zu treffen, brauchst du Einsicht in diese Papiere:
• Das Teilungserklärung: Dieses Dokument regelt, was Sondereigentum und was Gemeinschaftseigentum ist. Es kann auch Beschränkungen enthalten, zum Beispiel, ob du einen Balkon vermieten oder einen Hund halten darfst. Lies das genau durch!
• Das Protokoll der letzten Eigentümerversammlungen: Hier liest du die Geschichte der Probleme des Hauses heraus. Wurden große Sanierungen beschlossen oder verschoben? Stehen bald neue Heizungen an?
• Der Wirtschaftsplan und die Jahresabrechnung: Diese zeigen dir, wie viel Geld tatsächlich eingenommen und ausgegeben wurde. Sie geben Aufschluss über die finanzielle Gesundheit der WEG.
der besichtigungstermin: was du als käufer fragen musst
Die Optik der Wohnung ist wichtig, aber die Bausubstanz ist entscheidender. Wenn du dir eine Eigentumswohnung anschaust, konzentriere dich auf die „großen Drei“:
Wenn die Due Diligence (die genaue Prüfung) positiv ausfällt, geht es an die Finanzierung. Sei realistisch bei deiner Kreditaufnahme. Die Zinsen ändern sich, und du musst eine Rate zahlen können, auch wenn die Lebenshaltungskosten steigen. Informiere dich auch über die aktuellen Immobilienangebote in Hamburg.
wie viel kredit kann ich mir leisten?
Rechne nicht nur mit der Tilgung für den Kredit. Dein maximales monatliches Budget sollte die Kreditrate PLUS die Nebenkosten (Hausgeld und Rücklagenanteil) abdecken können. Viele Finanzberater empfehlen, dass die gesamte Belastung nicht mehr als 30 bis 35 Prozent deines Nettoeinkommens ausmachen sollte. Plane Puffer für unerwartete Reparaturen ein, selbst wenn die WEG Rücklagen bildet.
der notartermin: keine angst vor dem amtlichen schriftstück
Der Kaufvertrag wird beim Notar aufgesetzt. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Sei dir bewusst: Beim Notar geht es primär um die rechtliche Absicherung des Verkaufs, nicht um deine individuellen Wünsche. Du hast Zeit, den Entwurf vorab anzufordern. Nutze diese Zeit! Lies den Vertrag in Ruhe durch, vielleicht mit einem Bekannten, der Erfahrung mit Immobilienkäufen hat. Stelle alle Fragen, die dir kommen, direkt beim Notar. Lass nichts unterschreiben, was du nicht zu 100 Prozent verstanden hast. Besonders wichtig ist die genaue Beschreibung der verkauften Einheit und die Übergabe der Miteigentumsanteile.
Du hast es geschafft! Der Kauf ist besiegelt. Jetzt beginnt die Phase, in der du aktiv Teil der Gemeinschaft wirst. Deine Stimme zählt ab sofort bei der Eigentümerversammlung. Engagiere dich frühzeitig, um mitzugestalten, wie die Instandhaltung des Hauses läuft und wie die Atmosphäre in der WEG ist.
was ist eine sonderumlage bei einer eigentumswohnung?
Eine Sonderumlage ist eine einmalige Zusatzzahlung, die alle Eigentümer leisten müssen, wenn größere Reparaturen am Gemeinschaftseigentum anfallen, die nicht durch die reguläre Instandhaltungsrücklage gedeckt sind. Das passiert oft bei Dachsanierungen oder einem neuen Aufzug.
muss ich als eigentümer immer an der eigentümerversammlung teilnehmen?
Nein, du musst nicht persönlich teilnehmen, aber deine Stimme ist wichtig. Du kannst dich auch schriftlich vertreten lassen oder eine andere Person bevollmächtigen, für dich zu sprechen und abzustimmen. Wichtig ist, dass deine Meinung zu Beschlüssen gehört wird.
wie finde ich heraus, ob die WEG finanziell gesund ist?
Du prüfst den Wirtschaftsplan und die letzte Jahresabrechnung. Achte darauf, wie hoch die Instandhaltungsrücklage pro Quadratmeter ist und ob in den Protokollen der letzten Jahre immer wieder große Posten zur Sparerhöhung diskutiert wurden.